Aufträge finden
Wie Arbeitsplattenbetriebe am Küchenstudio vorbeikommen
Der Markt für Arbeitsplatten wird von Küchenstudios kontrolliert, weil sie den Kunden zuerst haben. Wer die Küche verkauft, verkauft die Platte mit, und der Kunde vergleicht nicht. Ein spezialisierter Betrieb kommt trotzdem an Aufträge, aber nicht über denselben Weg. Er muss den Kunden vor oder nach dem Studio erwischen.
Vor dem Studio: die Materialsuche
Ein Teil der Küchenkäufer recherchiert vorher, was eine Arbeitsplatte kostet, und findet dabei heraus, dass die Studiokalkulation Luft hat. Diese Nutzer suchen nach "granit arbeitsplatte preis pro meter" und "quarz oder granit". Sie sind noch nicht kaufbereit, aber sie merken sich, wer ihnen die Frage beantwortet hat.
Deshalb gehört auf die Landingpage eine echte Preisspanne pro laufendem Meter, aufgeschlüsselt nach Materialgruppe, und eine ehrliche Gegenüberstellung von Granit, Quarzkomposit und Keramik. Wer das liefert, bekommt die Anfrage. Wer nur ein Formular zeigt, verliert den Nutzer an den nächsten Treffer.
Nach dem Studio: der Austausch im Bestand
Die lukrativste und am wenigsten umkämpfte Zielgruppe sind Menschen mit einer funktionierenden Küche und einer kaputten oder hässlichen Arbeitsplatte. Ausgebrannte Stellen neben dem Herd, aufgequollene Kanten am Spülbecken, eine Farbe aus den Neunzigern.
Der Austausch in bestehender Küche verlangt exaktes Aufmaß, Demontage ohne Schäden an den Korpussen und sauberes Arbeiten in einer bewohnten Wohnung. Küchenstudios machen das ungern, weil es kein Neugeschäft ist. Genau deshalb ist der Auktionsraum leer. Suchbegriffe wie "arbeitsplatte austauschen bestehende küche" und "arbeitsplatte erneuern ohne neue küche" kosten wenig und haben eine hohe Abschlussquote.
Die Flächen daneben verkaufen sich mit
Wer eine Arbeitsplatte montiert, steht ohnehin in der Küche. Nischenrückwand aus demselben Material, Fensterbank innen, Waschtischplatte im Bad, Kaminverkleidung im Wohnzimmer: jede dieser Flächen erhöht den Auftragswert ohne zusätzliche Anfahrt und ohne zusätzliche Werbekosten.
Das gehört in die Kampagne, aber nicht als eigene Suche, sondern als Inhalt der Landingpage und des Angebots. Eine Kampagne, die nur auf die Platte zielt, lässt hier regelmäßig 20 bis 40 Prozent Umsatz liegen.
Warum Bilder wichtiger sind als Text
Steinplatten werden über die Optik verkauft. Kein Kunde entscheidet sich für einen bestimmten Granit, weil er gut beschrieben war. Eine Landingpage ohne große, echte Fotos aus dem eigenen Lager funktioniert in diesem Gewerk nicht, unabhängig davon, wie gut die Anzeige ist. Herstellerfotos helfen weniger als schlechtere eigene Bilder, weil der Kunde sehen will, was tatsächlich bei dir liegt.
Was wir ausschließen
- Baumarktplatten. "Arbeitsplatte 60 cm Zuschnitt", "Arbeitsplatte günstig" sind Produktsuchen.
- Selbstmontage. "Arbeitsplatte selbst zuschneiden", "Anleitung", "Ausschnitt Spüle sägen".
- Komplette Küchenplanung, wenn du keine Küchen verkaufst. Sonst zahlst du für Anfragen, die beim Studio landen.
- Grabsteine und Denkmalpflege, wenn du das nicht machst. Steinmetz-Suchbegriffe überlappen stark.
Was eine Anfrage kosten darf
Bei einer Granitarbeitsplatte mit 1.600 Euro Deckungsbeitrag und 35 Prozent Abschlussquote liegt die Grenze bei rund 560 Euro pro Anfrage. Bei einer Fensterbank mit 120 Euro Deckungsbeitrag und 50 Prozent Abschlussquote bei 60 Euro. Rechnet man die Zusatzflächen ein, die beim Ortstermin dazukommen, liegt der reale Wert einer Küchenanfrage höher. Die Zahlen sind Rechenbeispiele, keine Zusage.