Aufträge finden
Wie Elektrobetriebe an Aufträge kommen, ohne im Portal zu landen
Elektrobetriebe haben selten ein Nachfrageproblem, sondern ein Auswahlproblem. Das Telefon klingelt, aber es klingeln die falschen Aufträge: Kleinkram mit langer Anfahrt, Mieter, die eigentlich den Vermieter fragen müssten, und Anfragen zu Geräten, die man günstiger neu kauft als repariert. Der Sinn einer eigenen Kampagne ist deshalb nicht mehr Anfragen um jeden Preis, sondern eine Steuerung, welche Anfragen überhaupt durchkommen.
Was die drei Auftragsarten wirklich unterscheidet
Bei einer Störung entscheidet Erreichbarkeit, sonst nichts. Der Anrufer hat drei Nummern offen und wählt der Reihe nach. Wer beim ersten Klingeln rangeht, hat den Auftrag. Der Auftragswert liegt meist zwischen 150 und 600 Euro, die Abschlussquote über 70 Prozent. Bei einer Nachrüstung entscheidet der Termin: der Kunde will wissen, wann jemand kommt. Bei einem Projekt entscheidet das Angebot, und zwar meist gegen zwei bis vier andere.
Eine Kampagne, die alle drei mit demselben Budget bewirbt, verliert immer. Die Störungssuchen sind häufig und billig und fressen das Tagesbudget bis 11 Uhr auf. Die Projektsuche, die nachmittags stattfindet, sieht deine Anzeige dann nicht mehr.
Der Altbaubestand ist dein wichtigster Kennwert
Wo viele Häuser aus den 60er und 70er Jahren stehen, entsteht eine bestimmte Art von Auftrag: zu wenige Steckdosen, klassische Nullung, Zählerschränke ohne Platz für einen FI-Schalter, Aluminiumleitungen. Das sind planbare, gut bezahlte Arbeiten, und sie werden gesucht, sobald ein Haus den Besitzer wechselt oder ein Bad saniert wird.
In Neubaugebieten entsteht das Gegenteil: Rohbauinstallation, Leerrohre, Netzwerkverkabelung, Wallbox. Das sind größere Aufträge mit längerem Vorlauf und oft über den Bauträger vergeben. Ob sich Werbung darauf lohnt, hängt davon ab, ob du direkt an Bauherren kommst oder nur über den Generalunternehmer. Das klären wir vorher, nicht nach drei Monaten.
Wallbox und Photovoltaik: hoher Preis, hohe Streuung
Die Förderlandschaft hat einen Markt geschaffen, in dem überregionale Anbieter mit sehr großen Budgets auf Ladeinfrastruktur bieten. Ein Klick auf "wallbox installieren" kostet in vielen Gebieten mehr als das Dreifache eines Klicks auf "elektriker notdienst". Wer da mitbietet, braucht entweder ein klares Angebot mit Preis oder er sollte es lassen.
Der bessere Weg für die meisten Betriebe: nicht auf die generische Suche bieten, sondern auf die Anschlusssuche. "Wallbox anmelden Netzbetreiber", "Wallbox nachrüsten Altbau", "Ladepunkt Tiefgarage" sind deutlich günstiger und kommen von Menschen, die schon ein Gerät haben oder ein konkretes Problem lösen wollen.
Welche Anfragen wir von vornherein ausschließen
- Mieteranfragen ohne Auftraggeber. Wer nicht Eigentümer ist und keine Freigabe hat, wird selten zum Auftrag. Wir filtern das über die Anzeigentexte und über die Formularfelder.
- Gerätereparatur. Waschmaschine, Trockner, Herd defekt: das ist ein eigenes Geschäft, nicht das der Elektroinstallation. Wird als Ausschlussbegriff hinterlegt.
- Anfragen außerhalb deines Radius. Getrennt nach Kernzone mit vollem Gebot und Randzone mit reduziertem Gebot.
- Bewerbungen. "Elektriker gesucht" ist eine Stellensuche, keine Auftragssuche, und kostet sonst jeden Monat Geld.
Erreichbarkeit schlägt Budget
Ein Störungsanruf um 19:10 Uhr, den niemand annimmt, ist bezahlt und weg. Der Anrufer wählt innerhalb von zwei Minuten die nächste Nummer. Deshalb setzen wir die Anzeigenzeiten auf deine tatsächliche Erreichbarkeit, nicht auf die Öffnungszeiten im Impressum. Jeder Anruf wird mit Uhrzeit, Dauer und Wartezeit erfasst. Wer 40 Prozent seiner bezahlten Anrufe nicht annimmt, hat kein Werbeproblem, sondern ein Telefonproblem.
Was eine Anfrage kosten darf
Nimm den Deckungsbeitrag eines durchschnittlichen Auftrags und teile ihn durch die Zahl der Anfragen, die du für einen Auftrag brauchst. Bei einem Störungseinsatz mit 220 Euro Deckungsbeitrag und 70 Prozent Abschlussquote liegt die Grenze bei rund 150 Euro pro Anfrage. Bei einer Neuinstallation mit 5.000 Euro Deckungsbeitrag und 25 Prozent Abschlussquote bei rund 1.200 Euro. Reale Anfragepreise liegen in fast allen Gebieten deutlich darunter, genau deshalb funktioniert der Kanal. Die Zahlen sind Rechenbeispiele, keine Zusage.