Aufträge finden
Wie Fassadenbetriebe an Sanierer kommen, bevor der Vermittler sie hat
Fassadensanierung ist einer der wenigen Handwerksmärkte, in denen überregionale Leadvermittler dauerhaft und mit hohem Budget werben. Der Grund ist einfach: der Auftragswert rechtfertigt fast jeden Klickpreis. Für einen lokalen Betrieb heißt das nicht, dass der Kanal verschlossen ist. Es heißt, dass die generischen Suchen verschlossen sind.
Die drei Suchgruppen und wem sie gehören
Die erste Gruppe sind Kostensuchen: "fassade dämmen kosten", "fassadensanierung preis". Hier bieten die Vermittler am höchsten, weil sie den Lead mehrfach verkaufen. Dagegen anzubieten lohnt sich für einen einzelnen Betrieb selten.
Die zweite Gruppe sind Fördersuchen: "förderung fassadendämmung", "BAFA Zuschuss Fassade". Diese Nutzer sind hochwertig, aber sie suchen zunächst Information. Wer sie mit einer Antwort abholt statt mit einem Formular, bekommt die Anfrage später.
Die dritte Gruppe sind technische und optische Suchen: "klinkerriemchen fassade", "holzfassade lärche", "hinterlüftete fassade aufbau", "fassade algen". Diese Nutzer wissen bereits, was sie wollen, sie suchen jemanden, der es kann. Hier bietet fast niemand mit, und hier liegt das Geschäft für einen lokalen Fachbetrieb.
Warum die Zehn-Prozent-Regel dein bester Aufhänger ist
§ 48 Gebäudeenergiegesetz verlangt, dass bei Erneuerung von mehr als zehn Prozent der Bauteilfläche die energetischen Anforderungen eingehalten werden. Viele Eigentümer wollen "nur streichen" oder "nur die Risse machen" und wissen nicht, dass daraus schnell eine Dämmpflicht wird.
Das ist kein Verkaufstrick, sondern eine Information, die der Kunde vor der Beauftragung braucht. Ein Betrieb, der das auf der Landingpage erklärt, wird als kompetent wahrgenommen und hebt gleichzeitig den Auftragswert, weil aus dem Anstrich eine Sanierung wird, die zudem förderfähig sein kann.
Algen und Grünbelag: der billigste Einstieg ins Gewerk
"Fassade grün", "Algen an der Hauswand", "Fassade reinigen" sind häufige und sehr günstige Suchen. Der Auftrag selbst ist klein. Aber ein Haus mit Algenbewuchs an der Nordseite hat fast immer ein bauphysikalisches Thema, und der Ortstermin führt regelmäßig zu einem Sanierungsangebot.
Betriebe, die diese Suchen bespielen, kaufen sich damit günstige Ortstermine bei genau der Zielgruppe, die mittelfristig saniert. Das ist deutlich billiger als der direkte Weg über die Kostensuche.
Gerüst und Saison
Fassadenarbeiten hängen an Temperatur und Feuchtigkeit. Die meisten Systeme brauchen dauerhaft über fünf Grad, praktisch bedeutet das April bis Oktober. Die Aufträge dafür werden aber im Winter verkauft. Eine Kampagne, die von November bis Februar pausiert, verliert genau die Angebotsphase, in der die Entscheidung fällt.
Was wir ausschließen
- Reine Informationssuchen ohne Objekt. "U-Wert berechnen", "Dämmstoff Vergleich" ohne Ortsbezug bringen kaum Anfragen.
- Selbstdurchführung. "Fassade selbst dämmen", "Anleitung", "Baumarkt".
- Gewerbliche Großobjekte, wenn du sie nicht abwickeln kannst. Die Anfragen kosten sonst nur Zeit.
- Innendämmung, wenn du das nicht anbietest. Suchbegriffe überlappen, die Technik ist eine ganz andere.
Was eine Anfrage kosten darf
Bei einer Fassadensanierung mit 9.000 Euro Deckungsbeitrag und 18 Prozent Abschlussquote liegt die Grenze bei rund 1.620 Euro pro Anfrage. Bei einer Instandsetzung mit 800 Euro Deckungsbeitrag und 40 Prozent Abschlussquote bei rund 320 Euro. Selbst die teuren Vermittler-Suchen liegen darunter, das erklärt, warum in diesem Markt so aggressiv geboten wird. Die Zahlen sind Rechenbeispiele, keine Zusage.