Aufträge finden
Wie Bodenleger an Aufträge kommen, die sich auch rechnen
Bodenleger stehen vor einem Problem, das andere Bauhandwerke so nicht kennen: der Kunde kann das Material überall kaufen, oft billiger als bei dir. Damit gerät die Verlegung in ein reines Preisgespräch. Wer daran nichts ändert, wird über Werbung nur mehr von genau diesen Anfragen bekommen. Der Unterschied liegt nicht im Kanal, sondern darin, auf welche Suchen du bietest.
Zwei Geschäfte, die nichts miteinander zu tun haben
Das erste Geschäft ist Lohnverlegung: der Kunde hat das Material, du legst es. Der Auftrag ist in zwei Tagen erledigt, die Marge liegt im Stundensatz, und der Kunde vergleicht dich mit jedem anderen, der eine Säge hat. Das zweite Geschäft ist Komplettleistung: Beratung, Material, Untergrundvorbereitung, Verlegung. Der Auftragswert ist drei- bis fünfmal so hoch und der Kunde vergleicht kaum, weil er dein Muster in der Hand hatte.
Eine Kampagne kann beides bedienen, aber nicht mit denselben Anzeigen. Wir trennen das über die Suchbegriffe und über die Zielseite. Wer "laminat verlegen lassen preis" sucht, landet auf einer Seite mit Quadratmeterpreis. Wer "parkett beratung" sucht, landet auf einer Seite mit Bildern und Materialien. Und wenn du das Lohngeschäft gar nicht willst, schließen wir es aus.
Abschleifen ist der stabilste Umsatz im Gewerk
Parkett abschleifen und neu versiegeln hat drei Eigenschaften, die es für Werbung ideal machen. Der Kunde hat bereits Parkett, es gibt also keine Grundsatzentscheidung mehr. Der Auftrag ist wetterunabhängig und passt in jede Woche. Und es gibt kaum Ausweichmöglichkeiten: einen Boden schleift man nicht selbst, auch wenn Baumarktmaschinen ausleihbar sind.
Die Suche entsteht typischerweise beim Einzug oder beim Hauskauf. Das heißt: sie ist an einen Zeitpunkt gebunden und der Kunde will schnell einen Termin. Wer als erster einen Termin nennen kann, bekommt den Auftrag. Erreichbarkeit schlägt hier den Quadratmeterpreis.
Fliese und Naturstein: weniger Wettbewerb, mehr Anspruch
Seit das Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk 2020 wieder in Anlage A der Handwerksordnung aufgenommen wurde, ist der Markt spürbar sortierter. Wer beides anbietet, Bodenbelag und Fliese, hat einen Vorteil bei Badsanierungen und Komplettrenovierungen, weil der Kunde nur einen Ansprechpartner braucht. Das gehört in die Anzeige, weil es die häufigste unausgesprochene Sorge des Kunden adressiert: Koordination.
Untergrund ist der häufigste Streitpunkt
Ein großer Teil der Reklamationen im Bodenlegerhandwerk geht auf den Untergrund zurück: Restfeuchte im Estrich, Unebenheiten, alte Kleberreste. Betriebe, die das vor der Beauftragung ansprechen und messen, haben weniger Streit und bessere Bewertungen. Für die Kampagne ist das ein Verkaufsargument, das kaum jemand nutzt: "Feuchtemessung vor Angebotserstellung" unterscheidet dich sofort von der Vergleichsanzeige daneben.
Was wir ausschließen
- Materialkauf. Suchen wie "vinylboden kaufen" oder "laminat angebot" kommen von Menschen, die einen Händler suchen, nicht einen Handwerker.
- Anleitung und Selbstverlegung. "Laminat selbst verlegen", "Anleitung", "Video" kosten nur Klicks.
- Reine Reinigung. Teppichreinigung und Bodenreinigung sind ein anderes Gewerk und werden getrennt.
- Gewerbeausschreibungen außerhalb deiner Größe. Wenn du keine 2.000 Quadratmeter am Stück machst, kostet die Anfrage nur Zeit.
Was eine Anfrage kosten darf
Bei einer Parkettsanierung mit 1.100 Euro Deckungsbeitrag und 45 Prozent Abschlussquote liegt die Grenze bei rund 490 Euro pro Anfrage. Bei einer Laminatverlegung mit 300 Euro Deckungsbeitrag und 35 Prozent Abschlussquote bei rund 105 Euro. Der Unterschied zeigt, warum die Trennung nach Belagsart nicht optional ist. Reale Anfragepreise liegen darunter, die Zahlen sind Rechenbeispiele, keine Zusage.