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Wie Poolservices aus einem Notfall einen Jahresvertrag machen
Der Poolservice ist ein Gewerk, das erst in den letzten Jahren größer geworden ist, weil die Zahl privater Pools stark gestiegen ist. Viele Besitzer merken im zweiten oder dritten Jahr, dass Pflege mehr Arbeit ist als gedacht. Genau dann suchen sie, und genau dann ist die Frage, wer sichtbar ist.
Grünes Wasser ist der beste Einstieg, den es gibt
Ein gekippter Pool ist ein akuter Notfall. Er passiert typischerweise nach einer Hitzeperiode oder einem Gewitter, meist am Wochenende, oft kurz vor einem geplanten Fest. Der Besitzer hat es mit Chlorschock aus dem Baumarkt versucht und es nicht in den Griff bekommen.
Diese Anfragen haben eine sehr hohe Abschlussquote, weil niemand vergleicht. Wichtiger ist der zweite Effekt: wer einmal erlebt hat, wie viel Aufwand ein gekippter Pool macht, ist bereit, für regelmäßige Pflege zu zahlen. Der Notfalleinsatz ist damit der billigste Weg zu einem Vertragskunden.
Der Vertrag ist die eigentliche Rechnung
Ein Einzeleinsatz bringt vielleicht 150 Euro. Eine vierzehntägige Betreuung von Mai bis September bringt zehn Termine, dazu Ein- und Auswintern, also einen Jahreswert im mittleren vierstelligen Bereich. Und weil der Kunde den Pool jedes Jahr wieder hat, wiederholt sich das.
Deshalb ist die Kampagne so gebaut, dass Anzeigen und Landingpage von Saisonpaketen sprechen, mit Preis. Wer den Jahrespreis sieht, vergleicht ihn mit dem eigenen Zeitaufwand und entscheidet oft sofort.
Die Ränder der Saison sind die Nachfragespitzen
Im April und Mai wird nach Auswintern gesucht, im September und Oktober nach Einwintern. Diese beiden Fenster sind kurz und intensiv. Wer erst im Juni startet, hat das erste Fenster verpasst, und im Hochsommer ist die Nachfrage geringer als viele erwarten, weil dann alles läuft.
Wir fahren deshalb ein Saisonprofil mit zwei Spitzen. Im Winter läuft nur eine kleine Grundlast auf Technikthemen und auf die Planung für die kommende Saison.
Whirlpools und Spas: die übersehene Nische
Whirlpools stehen häufig ganzjährig in Betrieb und brauchen regelmäßige Wasserwechsel, Filterreinigung und gelegentlich Technikreparaturen. Das ist ein wetterunabhängiges Geschäft, das die Wintermonate füllt, und es wird online praktisch nicht beworben.
Gewerbliche Becken sind ein geschützter Markt
Hotels, Ferienwohnungen, Physiotherapien, Fitnessstudios und Campingplätze mit Becken unterliegen § 37 Infektionsschutzgesetz und in der Aufbereitung der DIN 19643. Das verlangt Dokumentation, regelmäßige Beprobung und Sachkenntnis, die ein einfacher Poolreiniger nicht mitbringt.
Wer das kann, hat einen Markt fast für sich. Die Auftragswerte sind hoch, die Verträge langfristig und die Suchbegriffe kosten fast nichts, weil kaum jemand darauf bietet.
Was wir ausschließen
- Poolkauf und Zubehör. "Pool kaufen", "Poolroboter Test", "Chlortabletten" sind Produktsuchen.
- Selbsthilfe. "Pool grün was tun" ohne Ortsbezug, "Hausmittel", "Anleitung".
- Poolbau, wenn du nur Service machst. Wird getrennt beworben.
- Weite Anfahrten. Bei laufender Pflege entscheidet die Route über die Marge, das Gebiet wird eng gesetzt.
Was eine Anfrage kosten darf
Bei einem Saisonvertrag mit 900 Euro Deckungsbeitrag im Jahr und 40 Prozent Abschlussquote liegt die Grenze bei 360 Euro pro Anfrage, und das für jedes Folgejahr erneut. Bei einem Notfalleinsatz mit 90 Euro Deckungsbeitrag und 70 Prozent Abschlussquote bei 63 Euro. Reale Anfragepreise liegen weit darunter, weil in diesem Markt kaum jemand wirbt. Die Zahlen sind Rechenbeispiele, keine Zusage.