Aufträge finden
Wie Bauunternehmen an Projekte kommen, ohne auf den Architekten zu warten
Der klassische Weg zum Bauauftrag führt über Architekten, Planer und Empfehlung. Das funktioniert und wird auch weiter funktionieren, hat aber eine Schwachstelle: es lässt sich nicht steuern. Fällt ein Planer aus, fällt ein erheblicher Teil des Auftragseingangs weg, und das merkt man erst neun Monate später, weil die Pipeline so lang ist.
Die Pipeline ist die einzige sinnvolle Kennzahl
In diesem Gewerk kann man eine Kampagne nicht nach Aufträgen in acht Wochen bewerten. Zwischen erster Suche und Vertrag liegen vier bis zwölf Monate. Was sich nach acht Wochen bewerten lässt, ist die Zahl qualifizierter Ortstermine und die Summe der abgegebenen Angebote.
Deshalb richten wir die Messung von Anfang an darauf aus: jede Anfrage wird protokolliert, mit Objektart, ungefährem Volumen und Zeithorizont. Nach acht Wochen steht fest, wie viel Angebotsvolumen die Kampagne erzeugt hat. Ob daraus Aufträge werden, entscheidet dein Verkaufsprozess, nicht die Werbung.
Die Genehmigungsfrage ist der Einstieg
Fast jedes Erweiterungsprojekt beginnt mit derselben Frage: darf ich das überhaupt bauen. Anbau, Aufstockung, Dachterrasse, Nebengebäude, alles hängt an Bebauungsplan, Abstandsflächen und Landesbauordnung, in Hessen an § 6 und § 63 HBO. Bauherren finden dazu online widersprüchliche Antworten, weil jedes Bundesland eigene Regeln hat.
Ein Bauunternehmen, das diese Frage auf der Landingpage aufgreift und einen Vorab-Check anbietet, gewinnt genau die Anfragen, die sonst monatelang im Recherchemodus bleiben. Das ist zugleich ein sauberer Filter: wer keine Antwort will, sondern nur einen Preis, meldet sich hier gar nicht erst.
Kernsanierung: der Hauskauf ist der Auslöser
Der größte Einzelmarkt für Generalunternehmer im Bestand ist der Hauskauf. Wer ein Haus aus den 60er oder 70er Jahren kauft, hat einen definierten Zeitraum zwischen Kaufvertrag und Einzug und einen Finanzierungsrahmen, der die Sanierung einschließt. Diese Käufer suchen nach "kernsanierung kosten", "haus entkernen lassen", "altbau sanieren aus einer Hand".
Der Zeitdruck ist dein Verkaufsargument: ein Bauherr, der zehn Gewerke einzeln koordinieren muss, verliert Monate. Ein Generalunternehmer mit festem Terminplan verkauft nicht Bauleistung, sondern Einzugstermin. Das gehört in die Anzeige.
Verbraucherbauvertrag: eine Pflicht, die sich als Argument nutzen lässt
Bei Neubauten und erheblichen Umbaumaßnahmen mit Verbrauchern gilt seit 2018 das Verbraucherbauvertragsrecht nach §§ 650i ff. BGB: Baubeschreibungspflicht, verbindliche Angaben zur Bauzeit, Widerrufsrecht, Begrenzung von Abschlagszahlungen. Viele Bauherren haben davon gehört und sind unsicher, ob ihr Anbieter das einhält.
Ein Betrieb, der eine vollständige Baubeschreibung und einen verbindlichen Fertigstellungstermin von sich aus anbietet, hebt sich sofort ab. Das ist ein Vertrauensargument, das in diesem Preissegment mehr wiegt als jeder Rabatt.
Was wir ausschließen
- Kleinaufträge. Wenn der Mindestauftrag bei 50.000 Euro liegt, kosten Anfragen unter 10.000 Euro nur Zeit. Das Volumen wird im Formular abgefragt.
- Reine Preisrecherche. "Was kostet ein Haus" ohne Grundstück und ohne Zeithorizont.
- Ausschreibungen ohne Vorqualifikation. Wenn du nicht an öffentlichen Vergaben teilnimmst, gehören diese Suchbegriffe ausgeschlossen.
- Bewerbungen und Nachunternehmerangebote. "Bauunternehmen sucht" bringt beides und kostet sonst jeden Monat Budget.
Was eine Anfrage kosten darf
Bei einer Kernsanierung mit 45.000 Euro Deckungsbeitrag und zehn Prozent Abschlussquote liegt die Grenze bei 4.500 Euro pro Anfrage. Bei einem Badumbau mit 6.000 Euro Deckungsbeitrag und 25 Prozent Abschlussquote bei 1.500 Euro. Das erklärt, warum in diesem Gewerk auch dreistellige Anfragepreise noch sehr günstig sind. Die Zahlen sind Rechenbeispiele, keine Zusage.