Aufträge finden
Wie ein Handwerkerservice profitabel wird statt nur beschäftigt
Der Handwerkerservice ist das Gewerk mit der niedrigsten Eintrittsschwelle und der höchsten Ausfallquote. Der Grund ist selten fehlende Nachfrage. Der Grund ist, dass viele Betriebe jeden Auftrag annehmen, jeden einzeln kalkulieren und am Monatsende feststellen, dass die Fahrzeit die Marge aufgefressen hat.
Pauschale statt Angebot
Ein Kunde, der eine Wandhalterung montiert haben will, will keinen Kostenvoranschlag. Er will wissen, was es kostet und wann jemand kommt. Wenn deine Anzeige "TV-Wandmontage ab 89 Euro, Termin diese Woche" sagt und die Anzeige daneben "kostenloses Angebot", gewinnst du diesen Kunden fast immer.
Pauschalen haben einen zweiten Effekt, der wichtiger ist als die Klickrate: sie filtern. Wer den Preis in der Anzeige sieht und trotzdem anruft, hat ihn akzeptiert. Das Telefonat dauert zwei Minuten statt zwanzig, und die Abschlussquote liegt deutlich höher.
Der Mindestauftragswert entscheidet, ob sich der Kanal rechnet
Eine halbe Stunde Arbeit mit 20 Minuten Anfahrt in jede Richtung ist kein Auftrag, sondern ein Verlust. Betriebe, die in diesem Segment funktionieren, arbeiten mit einem Mindestauftragswert oder mit einer Anfahrtspauschale, und sie kommunizieren beides vorher.
Das reduziert die Zahl der Anfragen und erhöht ihren Wert. Für die Kampagne bedeutet es: der Anfragepreis steigt, die Kosten pro Auftrag sinken. Das ist die Rechnung, die zählt.
Die Route ist wichtiger als das Gebiet
Wie in der Gartenpflege entscheidet die Fahrzeit über die Marge. Vier Kleinaufträge an einem Tag in einem Ortsteil sind profitabel, vier verteilt über den Landkreis sind es nicht. Deshalb setzen wir das Gebiet eng und erweitern erst, wenn genug Nachfrage im Kern liegt.
Ein zweiter Hebel: Terminbündelung. Wenn die Anzeige feste Tage für bestimmte Ortsteile nennt, akzeptieren Kunden das überraschend gut, und die Route wird planbar.
Vom Kleinauftrag zur Renovierung
Der eigentliche Wert eines Kleinauftrags liegt nicht im Umsatz, sondern darin, dass du in der Wohnung stehst. Ein Kunde, der sieht, dass du sauber arbeitest und Termine einhältst, fragt beim nächsten Mal nach dem größeren Auftrag: Badezimmer streichen, Boden legen, Trockenwand ziehen.
Betriebe, die das systematisch nutzen, indem sie beim Termin kurz nach weiteren Arbeiten fragen und eine Karte hinterlassen, kommen auf eine deutlich andere Rechnung als solche, die nur den Erstauftrag zählen. Der Anfragepreis von acht Euro ist dann nicht der Preis für eine Montage, sondern der Preis für einen Kundenkontakt.
Hausverwaltungen und Vermieter
Die stabilste Nachfrage im Handwerkerservice kommt nicht von Privatkunden, sondern von Vermietern und Hausverwaltungen. Mieterwechsel, Kleinreparaturen, Schlösser, Silikonfugen, Anstrich. Diese Kunden brauchen jemanden, der zuverlässig kommt und ordentlich abrechnet, und sie bleiben jahrelang. Suchbegriffe wie "handwerker hausverwaltung" und "kleinreparaturen vermieter" sind selten und billig.
Was wir ausschließen
- Leistungen ohne Eintragung. Was du handwerksrechtlich nicht ausführen darfst, wird gar nicht erst beworben.
- Notdienstsuchen. "Notdienst", "sofort", "24 Stunden" bringen Erwartungen, die ein Handwerkerservice meist nicht bedienen kann.
- Selbermacher. "Anleitung", "selbst reparieren", "Werkzeug leihen".
- Gebiete außerhalb der Route. Eng gesetzt, aus Margengründen.
Was eine Anfrage kosten darf
Bei einem Kleinauftrag mit 70 Euro Deckungsbeitrag und 60 Prozent Abschlussquote liegt die Grenze bei 42 Euro pro Anfrage. Bei einer Renovierung mit 900 Euro Deckungsbeitrag und 35 Prozent Abschlussquote bei rund 315 Euro. Rechnet man ein, dass ein Teil der Kleinkunden später größere Aufträge vergibt, liegt der reale Wert höher. Die Zahlen sind Rechenbeispiele, keine Zusage.